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Pharma Fuer Alle

Initiative Pharma für Alle ist lanciert

Hier der Unterschriftenbogen (pdf) zum Download. Danke fürs Mitsammeln.

Worum es geht? Hier ein Instagramm-Kurzvideo:

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Zwölf Organisationen lancieren mit

Zwölf Organisationen haben am 21.Juni 2024 gemeinsam die baselstädtische Volksinitiative Pharma für Alle (Basler Pharma-Fonds) lanciert. Die Initiative verlangt, dass 2.5% der baselstädtischen Steuererträge zur gemeinwohlorientierten Versorgung der Bevölkerungen mit Medikamenten im In- und Ausland verwendet werden. Das sind jährlich rund 70 Mio CHF und damit ein Viertel der Mehreinnahmen, die der Kanton dank der OECD-Mindeststeuer künftig erzielt.

Die lancierenden Organisationen sind: Gruppe Pharma für Alle, SP Basel-Stadt, BastA!, Junges Grünes Bündnis Nordwest, JUSO Basel Stadt, Gewerkschaftsbund beider Basel GBB, VPOD Basel, Unia Basel, PdA Basel, Planet13, Multiwatch und das Forum für Kritische Soziale Arbeit.

Hier die Medienmitteilung zur Lancierung, und hier die Voten an der Medienkonferenz: Maria Ionana Schärer (VPOD), Melanie Eberhard (SP) Oliver Bolliger (BastA!).

Zum Initiativprojekt haben wir eine Dokumentation erstellt: Dokumentation Projekt Volksinitiative Pharma für Alle

Die Initiative im Fernsehen srf

Ein Beitrag in der Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens informiert über die Hintergründe der Initiative (5′). Hier der link.

Werden Sie jetzt Mitglied

Werden Sie jetzt Mitglied des Vereins Pharma für Alle. Der Jahres-Mitgliederbeitrag beläuft sich auf CHF 50.-. Personen mit keinem oder geringem Verdienst bezahlen CHF 20.- (Selbsteinschätzung).
Mitglied werden geht ganz einfach:
1.  Sie schicken uns ein entsprechendes Mail an info@pharma-fuer-alle.ch mit folgenden Angaben:
Name, Postadresse, Beruf.
2. Sie zahlen den Mitgliederbeitrag ein auf unser Postcheckkonto.
IBAN CH28 0900 0000 1616 9030 0
BIC POFICHBEXXX
Vermerk: Mitgliederbeitrag

QR-Code:

Unsere Vereinsstatuten finden Sie hier: Statuten Pharma für Alle

Herbst 2023: Sandoz bleibt gewinnorientiert

Die Aktionärsversammung von Novartis hat am 15.9.23 beschlossen, die Sandoz als gewinnorientierte eigene Firma an die Börse zu bringen. Der Vorstand hatte vorgängig unser Kaufangebot abschlägig beantwortet.
Die neue Sandoz soll ihre Gewinnmarge in kurzer Zeit erheblich verbessern. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen soll von heute 18-19% bis ins Jahr 2028 auf 24-26% hochgeschraubt werden. Leider steht zu befürchten, dass sich Sandoz dabei auf die profitabelsten Bereiche beschränken wird (insbesondere die Biosimilars) und ihre Rolle als ‚Apotheke der Welt‘ zurückfährt.

Pharma für Alle bleibt am Ball.

Arzneimittelkrise

Die grossen Arzneimittelkonzerne sind von hohen Profiterwartungen getrieben. Deshalb steigen die Preise für neue Medikamente ins Unermessliche. Wichtige Standardmedikamente werden nicht mehr produziert. Dringend benötigte Arzneimittel gegen antibiotikaresistente Krankheitskeime oder Tropenkrankheiten werden immer seltener entwickelt, weil dies zu wenig profitabel ist. Gefährliche Nebenwirkungen von Medikamenten bleiben oft unbeachtet.

Pharma für Alle

Wir sind eine Gruppe mit Sitz in Basel, die die Arzneimittelkrise breit thematisieren will. Wir stehen dafür ein, dass den privaten Pharmaunternehmen eine öffentliche Arzneimittelversorgung entgegenstellt wird, die auf den lokalen und den globalen Bedarf ausgerichtet ist. Gleichzeitig müssen die Spielregeln geändert werden: Die Ergebnisse von öffentlicher Forschung dürfen nicht mehr mit Patenten privatisiert werden, und die Preise neuer Arzneimittel müssen sich an transparent ausgewiesenen Kosten orientieren. Wir brauchen eine Pharma für Alle, nicht für die Finanzmärkte. Pharma für Alle ist Ende 2022 gegründet worden.

Novartis und Sandoz

Novartis hat bis im Frühjahr 2023 für Sandoz eine Käuferschaft gesucht, weil sich der Konzern auf das Geschäft mit besonders teuren Medikamenten konzentrieren und dabei eine konzernweite Gewinnmarge von 40% erreichen will. Für diesen Plan ist Sandoz mit durchschnittlichen Gewinnen von “nur” rund 10-20% ein Hindernis. Sandoz bietet mit 200 Wirkstoffen in 1‘000 verschiedenen Dosierungen und Packungsgrössen für alle wichtigen Krankheiten Medikamente an und ist der weltweit grösste Antibiotika-Hersteller.

Unser Kaufangebot

Sandoz ist die ideale Basis für eine Pharma für Alle, die sich in erster Linie am Bedarf orientiert und nicht an den Profiten. Pharma für Alle unterbreitet deshalb dem Novartis-Konzern ein Kaufangebot. Sandoz soll in eine gemeinnützige Trägerschaft übergehen.
Der Novartis-Verwaltungsrat hat das Kaufangebot leider zurückgewiesen.

191’895 Mio. USD Reingewinn

Pharma Für Alle hat für Sandoz einen symbolischen Kaufpreis von einem Franken offeriert. Novartis hat von 2001- bis 2022 einen kumulierten Reingewinn von 191‘895 Mio. USD erzielt. Diese Gewinne basieren auf Krankenkassenprämien, auf Steuergeldern oder auf Zahlungen aus dem dem Portemonnaie der Patient:innen. Novatis hat zudem im Juli 2023 ein erneutes Aktienrückkaufprogramm in der Höhe von 15 Mrd USD lanciert – das zweite in dieser Höhe innerhalb von nur drei Jahren. Aktienrückkäufe verschaffen den grossen Aktionär:innen teilweise steuerbefreite Sondergewinne und entziehen dem Unternehmen Gelder für Forschung und Enwicklung.

Umso mehr wäre es an der Zeit  gewesen, der Öffentlichkeit mit einer gemeinnützigen Sandoz etwas zurückzugeben.

Versorgungsengpässe: Die öffentliche Hand muss eingreifen

Antibiotikakrise: Wir brauchen günstige neue Antibiotika

Explodierende Preise: Neue Medikamente müssen deutlich günstiger werden

Volksinitiative: Für diese Ziele starten wir eine Basler Volksinitiative

 

Heute sterben jährlich 4.95 Mio Menschen an und mit Antibiotika-resistenten Krankheitserregern – Tendenz rasch steigend. Es braucht dringend gemeinnützige Pharmaunternehmen, die neue Antibiotika entwickeln – zum Beispiel eine Sandoz für alle.

Cédric Wermuth, Co-Präsident SP Schweiz und Nationalrat

Aktuell erleben wir eine bedenkliche Medikamentenknappheit in wichtigen und grundlegenden Bereichen, zum Beispiel bei Schmerzmitteln und Antibiotika. Das zeigt: wir brauchen eine Pharma, welche die öffentliche Gesundheitsversorgung und damit das Gemeinwohl stärkt, statt den privaten Gewinn zu optimieren. Eine Pharma für alle

Balthasar Glättli, ehemaliger Präsident Grüne Schweiz

Die Covid-Pandemie hat es uns gezeigt. Medikamente müssen auch in der Schweiz entwickelt und produziert werden, und zwar zu bezahlbaren Preisen, ohne riesige Profite. Darum ist dieses gemeinnützige Projekt zukunftsweisend. Die Produktion von Generika in der Schweiz und die Produktion und Weiterentwicklung von Antibiotika sind von grosser Bedeutung für die Sicherstellung unserer Versorgung

Barbara Gysi, Nationalrätin SP, Vizepräsidentin Sozial- und Gesundheitskommission Nationalrat

Ich hoffe auf die Einsicht von Novartis, das Kaufangebot für Sandoz durch die Gruppe Pharma für Alle anzunehmen. Wir brauchen dringend gemeinnützige Pharmaunternehmen, um die Versorgung aller Menschen mit den nötigen Medikamenten sicherzustellen

Katharina Prelicz-Huber, Nationalrätin Grüne

Les coûts de la santé explosent, et en même temps il devient de plus en plus difficile d’obtenir des médicaments de base. La quête aux milliards du secteur pharmaceutique se fait contre l’intérêt de la population. Une entreprise pharmaceutique au service de toutes et tous, c’est une population en meilleure santé, pour moins cher.

Samuel Bendahan, Conseiller national du PS, Vice-président du Parti Socialiste Suisse

Weitere Stimmen

Klicken Sie hier, um alle Statements zur Gruppe “Pharma Für Alle” zu lesen: Neben Cédric Wermuth, Balthasar Glättli, Barbara Gysi, Katharina Prelicz-Huber und Samuel Bendahan unterstützen das Anliegen Oliver Bolliger, Franco Cavalli, Daniela Agostini, Max Fischer, David Gelzer und Eusebius Spescha.

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Frequently Asked Questions

Pharma für Alle2023-03-05T12:30:12+01:00

Jahrzehntelang wurde versucht, den grossen Pharmakonzernen mit Regulierungen beizukommen, jedoch ohne Erfolg. Deshalb braucht es eine neue Strategie: Das Gruppenmonopol der grossen Pharmakonzerne muss mit einem Verbund an gemeinnützigen Instituten und Pharmafirmen durchbrochen werden. Es braucht Forschungs- , Produktions- und Vertriebseinrichtungen, die gemeinsam in der Lage sind, alle wichtigen Medikamente zu entwickeln, zu produzieren und weltweit zu vertreiben, und zwar ausserhalb der Profitzwänge und Profiterwartungen der privaten Pharmabranche. Der Vorschlag geht auf Arbeiten des Denknetz zurück und ist im Buch “Pharma fürs Volk” ausführlich beschrieben.

Bereits heute gibt es eine Vielzahl von solchen gemeinnützigen Akteuren, die jedoch noch nicht als Verbund funktionieren. Dazu gehören etwa die National Institutes of Health in den USA (Jahresbudget 40 Mrd US$), die Drugs for Neglected Deseases Initiative DNDi, die Global Antibiotic Research and Development Partnership GARDP, aber auch die Zürcher Kantonsapotheke und viele weitere.

Die Schweiz ist ein Hot Spot der Pharmabranche. In keinem andern Land ist ihr Anteil an der nationalen Wirtschaft so bedeutend. Nebst den schweizer Konzernen Roche und Novartis haben viele andere Konzerne wichtige Niederlassungen in der Schweiz. Dazu kommen Dutzende von kleinen und mittleren Pharmabetrieben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in Genf ihren Hauptsitz, ebenso Organisationen wie die DNDi oder GARDP. Deshalb gibt es in der Schweiz ein hohes Potenzial an Know How, an Vernetzungspotenzial und an Fachkräften, um das Projekt eines Pharma-Für-Alle-Verbundes an die Hand zu nehmen.

Generika2023-03-05T12:30:48+01:00

Generika werden Nachahmerprodukte von Arzneimitteln genannt, die ihren Patentschutz verloren haben. Generika und Standardmedikamente machen den Löwenanteil der im Einsatz befindlichen Arzneimittel aus und sind preislich weitaus günstiger als Medikamente unter Patentschutz.

Nebenwirkungen2023-03-05T12:31:18+01:00

Manche Nebenwirkungen sind bekannt und ausreichend dokumentiert, jedoch nicht alle. Schlecht erfasst sind z.B. Langzeitwirkungen von Medikamenten, die langfristig oder gar dauerhaft eingenommen werden, wie etwa Protonenpumpenhemmer zur Eindämmung von Magenübersäuerung. Sie können auf Dauer erhebliche Schäden verursachen (z.B. Demenz, Depressionen, verringertes Knochenwachstum, Osteoporose, Herzrhythmusstörungen, Krebs).

Hohe Profite2023-03-05T12:32:00+01:00

Die Pharmabranche ist der profitabelste aller Wirtschaftszweige. 25% Gewinnmarge erzielen die Pharmakonzerne im Schnitt. Novartis will mehr: Nach eigenen Angaben werden 40% angestrebt. Die grossen Konzerne kaufen immer wieder eigene Aktien auf und vernichten diese anschliessend, um die Kurse der verbleibenden Aktien hochzutreiben. Damit verschaffen sie ihren Shareholdern steuerfreie Zusatzgewinne. Ende 2021 haben Roche für 19 Milliarden Franken und Novartis für 15 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Novartis hat Anfangs Februar 2023 einen weiteren, neuen Aktienrückkauf von zusätzlichen 10 Mrd Dollars angekündigt. Die Pharmakonzerne strafen so ihre eigenen Behauptungen Lügen, wonach die hohen Medikamentenpreise nötig seien, um Forschung und Entwicklung zu bezahlen. Sie sind «nötig», um hohe Profite zu erreichen.

Astronomische Preise2023-02-21T00:32:53+01:00

Die Preise für neue Medikamente steigen ins Unermessliche. Zolgensma, ein neues Novartis-Medikament gegen eine Erbkrankheit, kostet pro Behandlung über 2 Mio CHF. Die Kosen für Krebsbehandlungen, die über mehrere Jahre andauern, liegen oft bei einer halben Mio CHF oder höher. Auch für Medikamente mit breitestem Einsatz werden zehntausende Franken verlangt – bei Entwicklungs- und Produktionskosten von unter 200 CHF (z.B. Sovaldi von Gilead oder Malviret von Abbvie gegen Hepatitis C).

Eine Untersuchung für Deutschland zeigt: Von 2017 bis 2020 sind die Packungspreise der jeweils neuesten Medikamente von durchschnittlich unter 5000 Euro auf über 40’000 Euro explodiert. Die Folgen sind fatal. Immer häufiger wird den Patient:innen aus finanziellen Gründen die Versorgung mit den bestmöglichen Medikamenten verweigert, auch in der Schweiz.

Lieferengpässe und -ausfälle2023-03-05T12:32:31+01:00

Die Zahl der Standardmedikamente, für die Lieferengpässe auftreten oder die überhaupt nicht mehr lieferbar sind nimmt laufend zu. Gegenwärtig werden Engpässe von über 700 Packungsformen mit insgesamt 302 verschiedenen Wirkstoffen gemeldet. Von den Standardmedikamenten des Sandoz/Novartis-Sortiments betrifft dies derzeit rund 10%.

Antibiotikakrise2023-03-05T12:33:21+01:00

Antibiotika bekämpfen bakterielle Erreger wie etwa die Verursacher von Lungenentzündungen, Tuberkulose, Cholera, Wundbrand, Typhus und viele andere. Doch der unsachgemässe Einsatz der Antibiotika führt dazu, dass immer mehr Bakterien gegen die gängigen Antibiotika resistent sind. Die gute Nachricht ist: Das Reservoir zur Entwicklung neuer Antibiotika ist gross. Von den 8000 natürlichen Antibiotika, wie sie zum Beispiel in Pilzen vorkommen, werden erst rund 100 medizinisch genutzt. Die schlechte Nachricht ist: Die Pharmakonzerne haben sich weitgehend aus der Antibiotika-Entwicklung zurückgezogen, weil diese aus ihrer Sicht zu wenig profitabel ist. Die Folge: Mittlerweile sterben jährlich 4.95 Mio Menschen weltweit an und mit Antibiotika-resistenten Keimen, Tendenz rasch zunehmend. Zum Vergleich: SarsCov2 hat in den Jahren 2020 und 2021 jeweils rund 10 Mio Todesopfer gefordert.

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